Einige grosse und neue Spiele von Ubisoft, wie "Assassin's Creed 2" und "Die Siedler 7 ", sollen zukünftig nur spielbar sein, wenn eine Internetverbindung besteht. Nein, nicht nur beim Installieren, immer wenn gespielt wird. Bricht die Online-Verbindung ab, steht das Spiel, bis sie wieder da ist. Das Spiel startet dann wieder am letzten Speicherstand! Wohl dem, der eine stabile und ausreichende Internetverbindung hat (angeblich sind 512 kb minimum). Die Speicherstände selbst sollen auf den Ubisoft-Servern liegen, wobei diese inzwischen zurückrudern und bekannt geben, daß sie zusätzlich auch beim Benutzer vorhanden sind.
Offline spielen, z.B. im Zug, im internetlosen Kinderzimmer: zukünftig unmöglich!
Das Spiel weiterverkaufen: zukünftig unmöglich (eine Übertragung des Spieleaccounts ist lt. Ubisoft "nicht vorgesehen"!). Und was passiert, wenn Ubisoft in X-Jahren die Server abstellt? Oder von der Konkurrenz aufgekauft wurde, die gar kein Interessse mehr an diesen Spielen hat (z.B. um die eigenen Verkaufszahlen zu verbessern). Oder ist dies gleich die Vorstufe zur Umsetzung eines Jugendschutzes? Ist das Szenario weit hergholt, in dem man für einen Spieleaccount eine irgendgeartete Altersverifizierung durchführen muss? Z.B. über den elektronischen Personalausweis? Notfalls "antik" per Post-Ident? Und ab 18 Spiele dann nur noch Spielen darf, wenn man dieses auch ist, also volljährig?
Datenschutzrechtlich bedenklich sind aus meiner Sicht auch die Userprofile, die Ubisoft nun, mit einer engen Verkopplung der Spiele und der Spieler samt Spielzeiten, Vorlieben etc. erreicht. Nike mag also besonders gerne Rollenspiele, wählt hier meistens Kampfmagier-Charaktäre, kauft häufig Medi-Packs und magische Ringe - am besten verkaufen sie dann meine Daten an Interessenten wie Fantasiebuchhänder, natürlich Spielehänder, Online-Apotheken und Schmuckhändler?
Treffen werden diesee Restriktionen - wie immer - nur den ehrlichen Käufer. Ich würd' sonstwas drauf verwetten, daß auch dieser Mechanismus sehr bald geknackt ist und die Spiele auf dem Schwarzmarkt ohne solche Restriktionen auskommen.
Fast schon "niedlich" könnte man die auf Heise veröffentlichten Argumente von Ubisoft FÜR diesen Onlinezwang für Offlinespiele ansehen:
Zitat:
So müsse eine Spiele-DVD während einer Partie nicht physisch im Laufwerk vorhanden sein. Außerdem kann dasselbe Spielexemplar auf beliebig vielen Rechnern gleichzeitig installiert sein, da die Spielstände online vorliegen und von überall abrufbar sind."
Ja ne, iss klar. Möglicherweise ist ja mein Weltbild ungewöhnlich, aber ich habe nicht allzuviele Orte, an denen ich Spiele spielen kann. Eigentlich nur an einem einzigen Ort, Zuhause an meinem Spiele-PC (der übrigends absichtlich standardmässig nicht online ist). Und über das Spiele-DVD-im-Laufwerk-Argument lachen sich jetzt wohl alle kugelig, die sowieso auf die gecrackte Version des Spieles warten.
Ich kauf mir ein solches "Mietspiel" ganz bestimmt NICHT! Andere Hersteller gehen schon wieder zurück von allzuviel Kundengängelei (z.B. EA), von dem Trend hat Ubisoft aber wohl noch nichts mitbekommen. Tja, schade um die Spiele, vielleicht gibt es sie in ein paar Jahren ja ohne die dämliche Online-Verkopplung (die sich übrigens nur auf die PC-Varianten erstreckt, nicht auf die Konsolenspiele! Als ob die nicht kopiert und schwarzgetauscht werden...).
Und fast nebenbei zum Thema Meinungsfreiheit und Kundeninformation: Amazon (grundsätzlich ja vor allem daran intererssiert, Dinge zu verkaufen) hat die Bewertungen zu Assassins Creed gelöscht und die Bewertungsfunktion deaktiviert. Sehr bald nach Bekanntgabe dieser Kunden-Drangsalierungsmaßnahme wuchsen nämlich die schlechten Bewertungen ins uferlose. Gefiel Amazon nicht. Einzig
hier kann man noch den Frust der (ehemaligen) Kaufinteressenten lesen. Mal sehen, wie lange noch...
http://www.heise.de/newsticker/meldung/ ... 35628.html