Eine dumme Installationsroutine killte gestern zwei Partitionen auf meinem Arbeitsrechner, drum musste ich mich auf die Suche nach Software zur Datenrettung machen. Ein Abenteuer, was ich euch nicht vorenthalten möchte

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Meinen ersten Rettungsversuch startete ich ganz naiv mit
undelete-plus welches kostenlos ist und dazu noch als Version verfügbar ist, die keine Installation vorrausetzt, also direkt zu starten ist. Ab auf den USB-Stick damit und auf dem zu rettenden System suchen lassen. Leider findet undelete-plus nichts, was sich in gelöschten Partitionen befindet, dafür ist es grundsätzlich leicht zu bedienen, kostenlos und funktioniert prima mit Dateien, die aus Versehen einfach mal weggelöscht worden sind.
Nächster Versuch:
Test Disk, eine OpenSource Software unter GPL, die u.a. gelöschte Partitionen wiederherstellen kann. Test Disk sich im laufenden System starten (Programm läuft mit einem Kommandozeilenfenster, also im Textsytem), analysierte die Festplatte und fand tatsächlich die beiden gelöschten Partitionen. Markieren, wiederherstellen wählen und auf den Hinweis, dass ich nun neu starten müsste, hab ich eben dies getan.
Und
Knoppixgebootet (wegen der Re-Partitionierung war mein frisch installiertes Betriebssystem natürlich ebenso weg wie das alte, ein neues wollte ich nicht installieren, bevor die Daten nicht gerettet sind). Und hatte tatsächlich meine alte Partition zurück. SAMT ALLEN DATEN! Dachte ich zumindest… Samt aller Daten bis auf das eine Verzeichnis. DAS Verzeichnis, mit dem TrueCrypt-Archiv, also einem der Hauptgründe für das Recovery-Szenario. Dieses eine Verzeichnis blieb unlesbar. Bzw. war lt. Linux angeblich leer. Also weiterprobieren…
Nächster Versuch: ich hab die betreffende Platte in ein anderes System eingebaut und dieses gestartet. Auch hier war die gelöschte und wiederhergestellte Partition größtenteils lesbar und unversehrt, bis auf das eine, verflixte Verzeichnis! Beim Zugriff auf dieses erscheint eine Fehlermeldung. Bis hierhin hatte ich die Hoffnung, dass es nur ein ACL-Problem wäre, aber auch ACLs liessen sich nicht setzten, dabei war ich mit der Domänenkennung eingeloggt, die bislang grade auf diesem – natürlich für mich sehr wichtigen – Verzeichnis Vollzugriff hatte. Bei dem Versuch über die Windows-Boardmittel den Besitz zu übernehmen, passierte irgendwann gar nichts mehr. Windows selbst schlug klugerweise vor, einen CHKDISK laufen zu lassen. Gute Idee, dachte ich, und tat dies. Leider erstmal ohne Erfolg.
Ein zweites CHKDISK mit der zusätzlichen Option „Fehlerhafte Dateien suchen und wiederherstellen“ lief mehr als zwei Stunden, ich hatte mittlerweile die Geduld verloren und in mein Produktivsystem eine neue Platte eingebaut, das Windows mit meinen alten Vollautomatik-DVDs neu installiert. Aber, oh Wunder, CHKDISK hat mich gerettet! Das kaputte Verzeichnis ist wieder da, MIT INHALT!!!! Ich habe fertig!
Dabei hätte ich noch bacula, DataRecovery und ntfsundelete zum Testen gehabt – auch alles Freeware zur Datenrettung und nach Meinung diverser Menschen durchaus empfehlenswert. Naja, ich legs mir an die Seite, fürs nächste Mal. Werds aber ins Backupverzeichnis legen, damit der Zugriff beim nächsten Mal einfacher wird…
